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Schädlingslexikon

Wenn merkwürdige Geräusche zu hören sind oder etwas unangenehm herumflattert, krabbelt, hüpft oder kriecht, dann ist der Fachmann gefragt. Der Kammerjäger kennt sich mit Schädlingen und ihrer Bekämpfung aus. Das ist besonders wichtig bei der Anwendung von Pestiziden in Wohnräumen und Lebensmittelbetrieben. Denn nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch um gesetzliche Vorschriften einzuhalten, sollte die Schädlingsbekämpfung grundsätzlich von professionellen Schädlingsbekämpfern durchgeführt werden.

Egal ob Hygieneschädling (Übertragung von Krankheiten), Vorratsschädling (Zerstörung/Befall von Vorräten) oder Materialschädling (Zerstörung/Befall von Materialien wie Leder, Wolle, Textilien u.a.), lästig sind sie alle und wenn sie auch noch stechen oder beißen, dann wird es auch schmerzhaft und besonders unangenehm.

In unserem Schädlingslexikon finden Sie die hierzulande bekanntesten Schädlinge und Lästlinge.

Insekten

Insekten sind die artenreichste Klasse aller Tiere, zu ihnen gehören mindestens 80 Prozent der bekannten Tierarten. Eine Vielzahl der Insekten ist, meist ohne dass Sie es bemerken, in Ihrem Zuhause und auch an Ihrem Arbeitsplatz aktiv.

Das Verhalten von Insekten ist aufgrund ihrer Artenvielfalt sehr unterschiedlich. Sie können beißen, stechen, Krankheiten übertragen, Lebensmittel verunreinigen oder Schäden an Gebäuden und Materialien verursachen. Um das Vorkommen von Insekten, bzw. ihrer Art festzustellen, finden Sie hier einige wesentliche Informationen.

Ameisen

Sie sind klein und unscheinbar. Wenn sie sich ungehindert ausbreiten, können sie mit ihren riesigen Staaten aber erheblichen Schaden anrichten. Zwar reduziert sich die Anzahl der Ameisen in ihren „Nestern“ in den Wintermonaten, aber im Laufe der Jahre nimmt die Größe eines Staates immer mehr zu.

Wird ein durch Ameisen belaufener Raum, nach Bekämpfungsmaßnahmen nicht mehr belaufen, wurde in der Regel nur eine Vergrämung erreicht. Schon einige Wochen kann es wieder zum Belaufen kommen, weil nur die Tilgung des Ameisenvolkes selbst den Befall wirkungsvoll bekämpft. Wichtig ist ein fachgerechter Einsatz wirksamer Ameisenköder. Beim Köderverfahren wird der Köder von den Arbeiterinnen aufgenommen und später im Nest verfüttert.

Fluginsekten

Alle Insekten, die mit Flügeln ausgestattet sind, werden als Fluginsekten zusammengefasst. Daher gehören in diese Gruppe eigentlich die meisten aller Insekten, selbst Flöhe, Tierläuse und die Fischchen mit dem fehlenden Flugvermögen. Der Übersicht wegen werden aber nur Fliegen und die Mücke aufgeführt.

Fluginsekten kennzeichnen sich durch die Metamorphose aus. Ihre Larven oder Nymphen besitzen keine Flügel. Diese erhalten sie erst während der Metamorphose, schrittweise mit den Häutungen oder durch die komplette Umstrukturierung des Insekts während der Puppenruhe.

Holzschädlinge

Zu den Holzschädlingen gehören tierische Schädlinge, die sich von Substanzen wie Stärke, Eiweiß und Zucker, die im Holz enthalten sind ernähren. Je nach Feuchtigkeitsgrad des Holzes unterscheidet man zwischen Trockenholz- und Frischholzschädlingen.

Sie befallen entweder gesunde Bäume, geschwächtes und absterbendes oder bereits faulendes Holz. Besondere Aufmerksamkeit gehört dem gefällten und verarbeiteten Holz, dem Bauholz. Durch Schädlingsbefall – beispielsweise an tragenden Elementen – kann die Standsicherheit von Gebäuden gefährdet werden. Eine Bedrohung nicht nur für Kulturgüter sondern auch für Alt- und Neubauten.

Materialschädlinge

Egal ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft – Materialschädlinge machen vor nichts halt.

Hauptsächlich sind es Insekten, die in der Lage sind durch Fraß und Verunreinigung großen wirtschaftlichen und damit auch existentiellen Schaden an Nutzgütern wie z. B. an Leder, Wolle, Textilien, Papier oder Möbeln zu verursachen.

Motten

Motten sind kleine bis mittlere Schmetterlinge, zum größten Teil Nachtfalter. Meist hellgrau bis gelbgrau, oft mit gefleckten Flügeln, die glatt oder gefranst umsäumt sein können. Nach der Eiablage leben Motten nur noch für kurze Zeit.

Von der Eiablage bis zum Schlupf vergeht meist ein Zeitraum von wenigen Monaten bis zu einem Jahr – je nach Temperatur. Die Eier werden direkt auf der Nahrung abgelegt und die Larven verpuppen sich dort auch meist ohne umherzuwandern. Motten können sowohl Vorrats- wie auch Materialschädlinge sein, die durch den Larvenfraß und mit ihrem Kot Nahrungsmittel verschmutzen. Befallene Lebensmittel sind zu entsorgen, da sie ungenießbar sind.

Je nach Art ernähren sie sich von trockenen pflanzlichen Vorräten wie Heu, Stroh, und Getreide, aber auch von Schokolade, Tabak, Gewürzen, Drogen, dem Echten Hausschwamm, Flaschenkorken, Sämereien, Kräutertees, Nüssen oder textilen Stoffen.

Schaben/Kakerlaken

Schaben sind mittelgroße bis große Insekten mit einer Millionen Jahre alten Entwicklungsgeschichte. Nur sehr wenige Arten leben in unmittelbarer Nähe zum Menschen und haben sich mit Hilfe des weltweiten Handels ausgebreitet.

In den letzten Jahren hat sich durch die milden Winter und feuchten Sommer besonders die Orientalische Schabe stark vermehrt. Sie ist eine hygienisch bedeutsame Schabenart und existiert bzw. vermehrt sich noch bei Temperaturen unter 20 °C. Kanalanlagen bieten ihr dabei so optimale Entwicklungs- und Verbreitungsmöglichkeiten, dass in den letzten Jahren oft ein gleichzeitiger Befall von mehreren Ortsteilen in Gemeinden eintrat.

Schaben sind Gesundheitsschädlinge und Krankheitsüberträger. Krankheitskeime und Bakterien, die sich durch Schaben verbreiten sind, unter anderem Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcen aureus, Streptococcus faecalis, Pneumococcus mucosus, Proteus vulgaris und mirabilis, Klebsiella pneumoniae und Salmonella (spec./typhi/paratyphi).

Vorratsschädlinge

Als Vorratsschädlinge werden Organismen bezeichnet, die Nahrungsmittelvorräte des Menschen durch Befall und Fraß sowie Verschmutzung und Kontamination mit Exkrementen ungenießbar machen oder gänzlich vernichten.

Ratten, Mäuse und Insekten wie Käfer, Motten (Schmetterlinge) und Milben sind die am häufigsten anzutreffenden Lebensmittelschädlinge, die einen effizienten Vorratsschutz nötig machen.

Spinnen

Spinnen sind für den Menschen ungefährliche Tiere, die andere lästige Insekten fangen. Insekten, die ihnen nicht ins Netz gehen, werden von Spinnen mit ihren Netzen oder zu "Fuß" mühelos gefangen. Denn mit ihren acht Beinen können sich Spinnen sehr schnell fortbewegen. Und hier beginnt das Problem, diese Geschwindigkeit gepaart mit teils monströsem Aussehen lösen bei vielen Menschen Panikattacken aus. Zumal bei den Laufspinnen nie sicher ist in welchem Winkel sie sich gerade versteckt haben.

Einmal entkommen wird gesponnen was das Zeug hält, um ein Nest für den nächsten Beutezug anzufertigen. Spinnennetze an der Raumdecke lassen sich leicht an den auf den Boden herabfallenden Kot- und Insektenresten feststellen. Im Nest verbleibende Kot- und Insektenreste hingegen verdrecken zusammen mit Schwebeteilen aus der Luft das Netz und machen es für das menschliche Auge sichtbar. Im Haus lassen sich die Netze noch recht leicht entfernen oder durch die Anbringung von Insektenschutzgittern an Fenstern und Türen verhindern. An der Hausfassade aber werden solche Netze durch die Unzugänglichkeit schnell zum Problem.

Lästlinge

Als Lästlinge werden Organismen bezeichnet, die sich gerne in der Umgebung des Menschen aufhalten. Meist handelt sich um Insekten oder andere kleinere wirbellose Tiere, denen kein Versteck zu klein, zu hoch, zu trocken oder zu feucht ist.

Auch wenn sie für den Menschen nicht gefährlich sind, wird ihre Anwesenheit doch als sehr störend empfunden und wird mit zunehmender Zahl unangenehm. Denn bei übermäßigem Auftreten können sie schnell zu Schädlingen werden (z. B. Ameisen, Fliegen o. a.).

Schadnager

Wanderratten und Hausmäuse sind neben Steinmardern und Siebenschläfern die am häufigsten vorkommenden Nager im Lebensbereich des Menschen und zählen zu den gefährlichsten Gesundheits- und Hygieneschädlingen.

Ihre Population wächst schnell, ständig und bedrohlich. Ein einziges Ratten- oder Mäusepaar kommt in einem Jahr auf mehrere hundert Nachkommen. Das bedeutet, dass nur die sofortige und professionelle Ratten- und Mäusebekämpfung Erfolg verspricht.

Gesundheitsgefährdung durch die Übertragung von Krankheitserregern

Für den Menschen bestehen Infektionsgefahren durch Krankheitserreger, die von freilebenden Ratten und Mäusen übertragen werden können. Dazu gehören zum Beispiel Salmonellen, Leptospiren und Hantaviren, die zum Teil lebensbedrohliche Krankheitsverläufe bewirken können. Die Bekämpfung der Weil-Krankheit verpflichtet Betreiber von abwassertechnischen Anlagen zur Rattenbekämpfung (insbesondere Kommunen und Abwasserzweckverbände).

Mäuse

Mäuse sind klein und süß anzusehen und werden bei weitem nicht so geringschätzig behandelt wie Ratten. Mäuse haben einen zierlichen Körperbau und erreichen mit Schwanz maximal eine Länge von 23 cm. Ihr Gewicht ist mit bis zu 35 Gramm eher bescheiden. Auffallend sind ein relativ kleiner Kopf und die dazu recht großen Augen und Ohren. Die Färbungen reichen an der Oberseite von hellgrau über verschiedene Grau- und Brauntöne bis schwarzbraun, wobei die Unterseite immer heller gefärbt ist.

Mäuse kommen in den verschiedensten Lebensräumen vor, darunter Wälder, Grasländer und auch felsige Gebiete. Manche haben sich als Kulturfolger des Menschen so spezialisiert, dass man sie meistens in der Nähe menschlicher Behausungen findet. Mäuse können zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv sein. Ihr Geruchs- und Tastsinn ist hervorragend. Mäuse sind sehr behände, können sich durch Löcher zwängen, die kaum dicker als Bleistifte sind und die Hausmaus kann sogar schwimmen.

Mäuse gelten als Nahrungsmittelschädlinge und verunreinigen mit ihrem Urin und Kot die Umgebung in der sie sich aufhalten. Die kulturfolgenden Arten sind Allesfresser und fressen jedes verfügbare menschliche Nahrungsmittel, wobei sie Getreideprodukte bevorzugen und mit sehr wenig Flüssigkeit auskommen.

Ratten

Die Ratte gilt als eins der unangenehmsten Tiere. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in Kopfrumpf- und Schwanzlänge (Gesamtlänge bis zu 30 cm). Das Fell variiert an der Oberseite und die Färbung reicht von diversen Grau- und Brauntöne bis hin zu gelblich und rötlich. An der Unterseite ist es weißlich oder hellgrau.

Ratten sind Allesfresser, die sich von einer großen Vielfalt an pflanzlicher und tierischer Nahrung ernähren (Samen, Körner, Nüsse und Früchte, Insekten und auch Kleintiere). Wanderratten sind allerdings vorwiegend Fleischfresser, zu deren Beute Vögel und auch Eier, kleine Säuge- und Wirbeltiere sowie Fische zählen. Als Kulturfolger haben sich die Ratten an die Nähe des Menschen angepasst und finden sich sowohl in Häusern als auch in landwirtschaftlich genutzten Flächen und überall wo sich Unrat befindet.

Haus- und Wanderratten fressen alles, was auch Menschen essen und darüber hinaus auch Stoffe wie Pelze, Leder, Seife und Papier. Die anpassungsfähigen Tiere gelten gemeinhin als Nahrungsmittelschädlinge. Der in der Landwirtschaft durch sie verursachte Schaden ist sehr groß. Zudem treten sie in Gartenanlagen auf, wo Wurzeln und Knollen von ihnen angenagt werden und in Gebäuden können sie unter anderem Wasser- und Abwasserleitungen beschädigen.

Durch Ratten besteht auch immer Infektionsgefahr, da durch sie eine Vielzahl von Krankheitserregern auf den Menschen übertragen werden können, z. B. Salmonellen, Leptospiren, das Streptobacillus moniliformis, Hantaviren (Hantavirus – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen), über den Rattenfloh das Bakterium Yersinia pestis sowie diverse Borrelienarten. Zur Bekämpfung der Weil-Krankheit sind Betreiber von abwassertechnischen Anlagen, wie Kommunen oder Abwasserzweckverbände, zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Bei Verdacht, dass sich Ratten in der Kanalisation befinden, sollte gleich die zuständige Behörde informiert werden damit die Rattenbekämpfung durch Fachleute erfolgen kann.

ACHTUNG: Rattenbefall kann meldepflichtig sein!

Vögel

Bei den wenigen Vögeln die nicht als angenehm empfunden werden, nimmt die Taube den ersten Platz ein. Denn Tauben sind nicht nur lästig für die Anwohner, Passanten und Kunden betroffener Bauwerke und Gebäude, sondern sie ruinieren mit ihrem säurehaltigem Kot viele Bausubstanzen wie Sandstein, Stuck, Metallflächen oder Fachwerk und ihre Nestmaterialien führen oft zur Verstopfung von Regenrinnen und Abflüssen.

Es gibt ein paar Auffälligkeiten an denen man einen Befall bemerken kann. Meist sind das Verschmutzungen mit Vogelkot, blockierte Regenrinnen und Abflüsse, eingeschleppte Parasiten und Krankheitserreger oder Lärm- und Geruchsbelästigung. Schenken Sie einem Taubenbefall genug Beachtung, damit er nicht zur Taubenplage oder zu wirtschaftlichen Schäden führt.

Tauben

Neben der Türkentaube ist die verwilderte Stadttaube die am häufigsten anzutreffende Taube. Tauben sind Kulturfolger des Menschen und siedeln gerne in Städten, Parks, Gärten und Wohngebieten. Tauben unterliegen als "Wirbeltiere" dem Tierschutzgesetz und dürfen nicht getötet werden.

Mit tierschutzgerechten Abwehrsystemen, wie z. B. Spikes, Drahtfedersystemen, Netzen oder elektronischen Verfahren, können Tauben aber aus dem menschlichen Wohnumfeld ferngehalten (vergrämt) werden.

Wildtiere

Marder sind recht klein, scheu und sehen niedlich. Doch obwohl sie scheu sind, halten sie sich immer öfter in der Nähe von Menschen auf, wo sie alle erdenklichen Versteckmöglichkeiten nutzen und oft auch durch das Zerbeißen von Zündkabeln, Brems-, Benzin- oder Hydraulikleitungen Schäden an Kraftfahrzeugen verursachen.

Dachböden von Wohngebäuden, Schuppen und Scheunen werden von Mardern gerne besucht und leider auch verdreckt oder beschädigt. Aber nicht nur die Beschädigungen an Dämmfolien und Isolierungen oder die Geruchsbelästigung die vom Kot und Urin der Marder oder von zurückgelassenen Beutetieren ausgehen sind störend.

Marder sind nachtaktiv

Da Marder vorwiegend in der Nacht jagen, stören sie, wenn sie ihre Behausung auf dem Dachboden verlassen oder betreten, erheblich die Nachtruhe der Hausbewohner. Hinzu kommt das Marder Krankheitserreger, wie z. B. Tollwut übertragen können. Vor dem Hintergrund das handelsübliche Mardervergrämungsprodukte (Marderschreck, Marderfalle) Marder oft nicht nachhaltig vertreiben und Marder unter das Tierschutzgesetz fallen, ist es besser zur Mardervergrämung die Hilfe eines Kammerjägers in Anspruch zu nehmen.

 

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